Christian Gigla hält alles für möglich und fängt an

Ministerialbeauftragter Wilhelm Kürzeder führt neuen Leiter der Reiffenstuel-Realschule ins Amt ein

 Traunstein. – „Losgehen. Der neuen Aufgabe entgegenlaufen. Mit eigenen Schritten hineinwandern. Bekannte Wege wie Neuland entdecken.“ Diese und noch viele weitere Ziele steckt sich Christian Gigla. Der Sport- und Biologielehrer leitet jetzt die Reiffenstuel-Realschule (RSR) in Traunstein. Am Dienstag führte ihn Ministerialbeauftragter Wilhelm Kürzeder ins Amt des Schulleiters ein. Und Gigla griff Gedanken von Autor Inken Christiansen auf, um zu beschreiben, was er nun anstrebt. „Dem Ungewissen vertrauen. Auf den Beginn setzen. Mit den Knospen rechnen. Gottes Segen spüren. Alles für möglich halten. Anfangen.“

Thomas Kaspar war von 2008 bis 2018 an der Spitze der RSR gestanden, ehe er nach Miesbach wechselte. Christian Gigla, der 2011 von der Realschule Brannenburg gekommen war und in Traunstein damals als erster Konrektor in den Alltag einstieg, übernahm die Leitung zum Start ins laufende Schuljahr zunächst kommissarisch, bevor er sie zum Wechsel vom ersten ins zweite Halbjahr dann fest in seine Hände gelegt bekam.

Zweiter Konrektor Reinhard Trummer – er eröffnete die Feierstunde und hieß die vielen Gäste willkommen – sagte, dass er schon viele Jahre mit Gigla zusammengearbeitet habe. Trummer: „Ich weiß, dass er ein sehr guter Schulleiter sein wird.“ Er wünschte seinem neuen Chef, gesund zu bleiben und die Balance zu bewahren – „alles andere kriegen wir hin“.

Stellvertretender Landrat Josef Konhäuser betonte, dass der Landkreis seine Schulen weiter unterstützen werde. 2019 investiere er 21 Millionen Euro in seine 15 Bildungsstätten. „Wir haben viele Baustellen, aber wir werden sie erledigen.“ Die Bildung stehe auf der Prioritätenliste des Landkreises ganz oben. Die Schule solle ein Ort sein, wo die Schüler ihr Rüstzeug erhalten, um ihr Leben bewältigen zu können Ihnen sei Mut zu geben und Vertrauen zu schenken, dass sie ihren eigenen Weg finden.

„Wir in der Stadt sind besonders stolz auf die Schullandschaft“, sagte Oberbürgermeister Christian Kegel. Traunsteins Attraktivität beruhe auch und gerade auf seinen 30 Bildungsstätten. Der Oberbürgermeister brach eine Lanze für die Vermittlung von Wissen und Werten – für die Bildung. „Wir haben nur diesen einen Rohstoff – und der wird in Traunstein bestens vermittelt.“

Die Lehrer – wie dann später auch die Schüler – zeigten einen Film, den sie für die Amtseinführung gedreht hatten. Unter anderem meinten die Lehrer in ihrem Beitrag: „Lieber Herr Gigla, work hard, dream big and stay positive.“ Die Botschaft der Schüler lautete: Der neue Schulleiter solle vor allem eins bleiben – ein Mensch.

Ministerialbeauftragter Kürzeder trug das Gedicht „Stufen“ von Hermann Hesse vor. Dort steht unter anderem: „Und in jedem Anfang wohnt ein Zauber inne, der uns beschützt und der uns hilft zu leben.“ Ein Anfang und ein Zauber erlebe nun auch die Reiffenstuel-Realschule. Der Ministerialbeauftragte sagte, dass Gigla – was ihm schon vor Jahr und Tag bescheinigt worden sei – „außerordentliche Fähigkeiten“ besitze und auch bereit sei, „sich über das normale Maß hinaus zu engagieren“.

Kürzeder gab Gigla mit auf den Weg, die Schule nach allen Regeln der Kunst zu leiten. In Zeiten der Orientierungslosigkeit habe eine Schule die Aufgabe, positive Akzente zu setzen“. Als Beispiel nannte der Ministerialbeauftragte unter anderem, zu verdeutlichen, „dass Freiheit und Demokratie nicht selbstverständlich sind“. Die Schule müsse nicht nur Wissen, sondern auch Werte vermitteln.

Im Namen des Elternbeirates überreichte Vorsitzender Bernhard Unterreitmeier einen Apfelbaum . Und an Gigla gewandt sagte er: „Wir wünschen Ihnen, dass die Realschule unter Ihrer Leitung so wächst und gedeiht wie dieser Apfelbaum.“

„Ich liebe neue Aufgaben, denn sie spornen mich an“, zitierte Christian Gigla, selbst ein Biologielehrer, den französischen Mikrobiologen Louis Pasteur, um seine Lage zu beschreiben. Und als Sportlehrer erwähnte  Gigla auch einen Ausspruch aus der Welt des Sports, der oft mit Sepp Herberger, dem legendären, früheren Fußballbundestrainer in Verbindung gebracht wird, der aber genau genommen von Richard Girulatis stammt: „Elf Freunde müsst ihr sein.“

Die große Herausforderung, die sich für die Reiffenstuel-Realschule stellt, laute Digitalisierung. „Technisch sind wir schon gut aufgestellt“, sagte Gigla. Doch mental sei noch einiges zu tun: Das neue Denken müsse noch Einzug halten in die Köpfe. Die RSR sei jedoch auf einem guten Weg, ein Medienkonzept sei schon fast fertig.

„Wir werden uns aber nicht von der Digitalisierungswelle überrollen lassen“, versprach der neue Schulleiter. Eine zentrale Aufgabe der Schule ist und bleibt seinen Angaben zufolge die die ganzheitliche Bildung. „Die Entwicklung sozialer Kompetenzen“ sei anzustreben, die Schüler sollten sich zu kritischen Persönlichkeiten entwickeln.

Mit Auftritten sorgten zahlreiche Schüler und Lehrer für Unterhaltung.

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Artikel beim Traunsteiner Tagblatt

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