Hightech für Gülle und Edelbrauhäuser aus Silber

Roadshow des Regionalmanagements testet neue Internetmodule für Ausbildungsinitiative in der Region

image001Mehrere hundert Schüler haben bisher erfolgreich  beim Projekt Roadshow „Schule und Betrieb – Unternehmenskompass“ einen Einblick in die Vielfalt der Berufe in der Region und den konkreten Berufsalltag bekommen.

Veranstalter der im letzten Jahr gestarteten Reihe ist das Regionalmanagement in der Wirtschaftsförderungs GmbH des Landkreis Traunstein. Aktuell wird das Konzept weiterentwickelt und in Kürze erstmals mit der Realschule Trostberg und sechs Unternehmen getestet.

 

Damit die Roadshows mit ihren Betriebsbesuchen von den Jugendlichen gut vor- und nachbereitet werden können, hat ein engagiertes Studententeam des Fachbereichs Wirtschaftsinformatik der Hochschule Rosenheim ein Bewertungs- und Begleitportal auf der Internetseite www.wirtschaftsregion-chiemgau.de erarbeitet und programmiert. Die Teilnehmer bewerten darin anhand von zehn Fragen ihre Erfahrungen mit der Roadshow. Ergänzend bekommen die Unternehmen die Möglichkeit, sich als attraktiver Arbeitgeber mit Ausbildungsplätzen sowie Jobangeboten zu präsentieren. Das Regionalmanagement sieht darin einen wichtigen Beitrag, dem drohenden Fachkräftemangel und der Abwanderung junger Leute aus der Region zu begegnen. Ab kommendem Jahr sollen die neuen Internetmodule integraler Bestandteil der Roadshow werden. Firmen können dann auch konkrete Termine für Betriebspraktika und Ferienjobs anbieten.

Knapp 50 Schüler der achten Klassen aus dem Fachbereich Wirtschaft der Reiffenstuel Realschule in Traunstein waren jetzt zu Besuch in sechs Betrieben in Traunstein, Traunreut, Ising, Chieming und Waging am See. Als Spezialist für umweltschonende Gülleausbringung hat sich das Unternehmen Zunhammer aus Biebing bei Traunreut europaweit einen Namen gemacht. Wurde der braune Flüssignährstoff früher noch per Holzfass auf die Felder gefahren, so sorgen heute Injektionsverteiler mit Schlauchsystemen, GPS, Selbstfahrsysteme mit Rie-sentanks und Online-Nährstoffmessung für Hightech auf dem Acker. Seniorchef Sebastian Zunhammer zeigte den Schülern, wie in den Werkhallen schrittweise einer von 400 Tankwagen und 60 Selbstfahrern entsteht, die den Familienbetrieb jährlich verlassen. Allein die Größe der mit Technik gespickten Fahrzeuge war ehrfurchteinflössend. „Als Mechatroniker lernt man hier selbstverantwortlich zu arbeiten und eine Menge neuer Fertigkeiten, die ich auch privat gut brauchen kann“, wusste Marius Ghica, Auszubildender mit Abitur, zu berichten.

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Um hochqualitative Produkte, Systemlösungen und Dienstleistungen im Bereich der industriellen sowie institutionell-gewerblichen Reinigung und Hygiene ging es beim Besuch der Ecolab Engineering GmbH in Siegsdorf. Das Werk, das sich um Produktion und Vertrieb komplexer Mess-, Dosier- und Auftragssysteme sowie ganzheitliche Engineering-Lösungen kümmert, gehört zum Weltmarktführer gleichen Namens mit Sitz in den USA. Beim Rundgang bekamen die Schüler unter anderem Einblick in die Produktion, Entwicklung und die aufwändige Lagerlogistik mit 60.000 Teilen samt Qualitätsmanagement. Anna Albrecht, Auszubildende zur Industriekauffrau, schilderte die vielseitigen Aufgaben im weltweit vernetzten Büro. Johanna Plenk, die eine Ausbildung zur technischen Produktdesignerin macht, erläuterte die Abläufe bei der Produktgestaltung oder im Umgang mit dem 3-D-Drucker.

Warum ist die Lehre als Bankkaufmann bzw. –kauffrau nach wie vor interessant? Dass nicht nur Mathe-Asse von einer der fundiertesten und anspruchsvollsten Ausbildungen im kaufmännischen Bereich profitieren, erfuhren die Schüler beim Rundgang durch die Geschäftsstelle der genossenschaftlich organisierten Volksbank Raiffeisenbank Oberbayern Südost eG in Waging am See. Personalwesen, Marketing, Revision, Kreditbearbeitung, Rechnungswesen und der Schalterdienst eröffnen viele Karrieremöglichkeiten. „Man sollte vor allem gerne mit Menschen arbeiten“, erläuterte Ausbilder Martin Spörlein. Spannend war der Blick in den Tresorraum.

Einen Blick hinter die Kulissen eines Vier-Sterne-Plus-Hotels werfen konnten die Realschüler in Gut Ising.  Personalreferentin Esther Burchard erläuterte die verschiedenen Abteilungen des Hotels wie Küche, Service, Rezeption, Einkauf, Veranstaltungen und Housekeeping. Vielfältig sind auch die Tätigkeiten im traditionsreichen Handelsunternehmen J.N. Kreiller KG in Traunstein mit 300 Mitarbeitern bzw. 32 Auszubildenden: Hier sind schnelle Handgriffe im Auslieferungslager für Handwerker gefragt, ebenso wie gute Beratungstipps in der Bäderabteilung oder Geschick im Gespräch bei der Auftragsabwicklung per Telefon.  Wie die Ausbildung zu Kaufleuten im Groß- und Außenhandel bzw. zu Kaufleuten im Einzelhandel und zur Fachkraft für Lagerlogistik im Detail aussieht, erfuhren die Schüler bei einem Rundgang durch den Betrieb.

Mit einer regen Fragerunde der Schüler an Geschäftsführer Helmut Pöschl begann der Betriebsbesuch beim gleichnamigen Unternehmen in Chieming/Hart. Das Unternehmen produziert seit 1990 mit heute 45 Mitarbeitern Behälter, Apparate und Anlagen für Brauereien, Molkereien sowie die Lebensmittel- und pharmazeutische Industrie. Beim Rundgang bekamen die Realschüler Einblick in Montage-, Schweiß- und Metallarbeiten bzw. Veredelungsverfahren und staunten über die spannende Entstehungsgeschichte, wie aus 780 Kilogramm Sterlingsilber das erste Edel-Brauhaus der Firma entstand.

Bildtexte:  © Wifö GmbH/Effner

8036: Als Spezialist für umweltschonende Gülleausbringung hat sich die Zunhammer GmbH aus Biebing bei Traunreut europaweit einen Namen gemacht. Geschäftsführer Sebastian Zunhammer (Mitte) erklärt Schülern der Reiffenstuel Realschule aus Traunstein, den Einsatz der riesigen Tankwagen und Selbstfahrer. Links Harald Schwarzbach vom Regionalmanagement der Wirtschaftsförderungs GmbH.
8045/46: Mit der Entwicklung und  Produktion sowie dem Vertrieb von Mess-, Dosier- und Auftragssystemen für chemische Produkte beschäftigt sich die Ecolab Engineering GmbH in Siegsdorf. Im Technologiezentrum erklärt Marketingmanager Massoud Nahidino die Funktionsweise von Dosierapparaten.
8072: Bei der Pöschl Anlagenbau GmbH in Chieming werden maßgeschneiderte Anlagen für unterschiedliche Einsatzbereiche gefertigt.
8083: Ausbildungsleiter Ludwig Kalchgruber (li.) erläutert Schülern bei der Roadshow in der Pöschl Anlagenbau GmbH in Chieming/Hart Veredelungsverfahren für den Anlagenbau. Rechts Elfi Graß vom Regionalmanagement der Wirtschaftsförderungs GmbH.
8097: Blick in die Montagehalle bei der Pöschl Anlagenbau GmbH in Chieming/Hart.
Ohne Nummer: Bei der Raiffeisenbank in Waging am See warfen die Schüler auch einen Blick in den Tresorraum. Foto: Wifö GmbH

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